Hochwasser der Elbe bedeuten regelmäßig für Dresden, dass die Elbe über die Ufer tritt und die Elbauen und zahlreiche Straßen überflutet werden. Bei 5,20m wird bereits das Terassenufer im Zentrum überflutet. Doch Dresden ist in einer günstigen Situation, da in der Vergangenheit große Teile der Elbufer unbebaut blieben. Dass das so bleibt, dafür arbeitete die Stadt bereits seit 1994 an einer entsprechenden Rechtsverordnung, die am 11. Mai 2000 erlassen wurde. Als Grundlage diente ursprünglich ein Pegelstand von 8,17m. Dieser Wert wird statistisch gesehen alle 100 Jahre erreicht. Mit dem Hochwasser im August 2002 wurde dieser Wert allerdings auf 9,00m erhöht (rechtswirksam am 20. Januar 2003).
Diese Verordnung legt die Überschwemmungsgebiete rechts und links der Elbe auf einem 30,45 km langen Elb-Abschnitt fest. Das gesamte Überschwemmungsgebiet beträgt 1557 ha und dient zum Abfluss und Speichern des Wassers.
Die schlimmsten Hochwasser für Dresden waren 1845, 1890 und 1896. Deshalb wurde auch zwischen 1902 und 1926 der von dem damaligen Königlichen Innen- und Finanzministerium veranlasste Hochwasserschutzplan umgesetzt. In dieser Zeit entstanden die Flutrinnen in Kaditz und im Großen Ostra-Gehege.
Das Hochwasser vom August 2002 mit einem Pegel von 9,40 Meter stellte allerdings alles bisher Dagewesene in den Schatten. Es ist auch Auslöser dafür, neu über das Thema Hochwasserschutz nachzudenken, um diese enormen Schäden an Menschen und Material zukünftig zu verringern.
Informationsblatt zur Hochwasserabwehr in Altmickten
Informationsblatt zur Hochwasserabwehr in Altübigau
Hochwasserschutz in Kaditz/Übigau
Schon gewusst? In Übigau zwischen Altübigau und Schiffskran befindet sich der Flusskilometer 60 der Elbe. An der Grenze zwischen Tschechien und Deutschland in Schöna beginnt die Kilometrierung mit Kilometer 0. Dieser entspricht dem tschechischen Kilometer 105,81. Am Kilometer 609 vor Hamburg teilt sich die Elbe in Nord- und Südelbe.
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Pegelstände der größten Hochwasser in Dresden (in cm) |
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| 31. März 1845 | 877 | 12. Februar 1946 | 668 | 13. März 2000 | 596 |
| 3. Februar 1862 | 824 | 17. März 1947 | 667 | 31. Januar 2002 | 587 |
| 6. September 1890 | 837 | 12. Februar 1948 | 650 | 15. Februar 2002 | 551 |
| 11. April 1908 | 773 | 12. Juli 1954 | 674 | 17. August 2002 | 940 |
| 7. Februar 1909 | 650 | 12. Dezember 1974 | 617 | 7. Januar 2003 | 669 |
| 9. März 1915 | 676 | 26. August 1977 | 619 | 20. März 2005 | 596 |
| 19. April 1917 | 660 | 15. März 1981 | 652 | 4. April 2006 | 749 |
| 17. Januar 1920 | 772 | 23. Juli 1981 | 663 | 16. Januar 2011 | 667 |
| 5. Februar 1923 | 717 | 30. März 1988 | 655 | 6. Juni 2013 | 876 |
| 22. Juni 1926 | 698 | 24. Dezember 1993 | 585 | 29. Dezember 2023 | 595 |
| 17. März 1940 | 778 | 4. November 1998 | 587 | 6. Januar 2024 | 568 |
| 10. April 1941 | 715 | 6. März 1999 | 604 | 19. September 2024 | 610 |
Der aktuelle Pegel Dresden vom Landeshochwasserzentrum
Große Hochwasser gab es bereits 1412, 1413, 1416, 1655, 1771, 1784, 1824 (seit ihrer Registrierung in Chroniken).
Übrigens hatte die Elbe am 9. Januar 1954 einen Pegelstand von 2 cm. Der strenge Winter seit Ende November 1953 hatte alles Wasser bis in die Elbaue herunter als Schnee und Eis gebunden. Es herrschte eine große Wassernot.
Am 11. August 2003 hatte die Elbe wegen einem sehr trockenen Sommer einen Tiefststand von 71 cm. Am 25. August 2025 wurde dieser sogar mit 47 cm nochmals unterschritten.
Hier findet man eine tolle 3D-Simulation der Stadt Dresden zu verschiedenen Hochwasserständen: 3D-Hochwasser Dresden
Seit dem 2. November 1998 war Übigau wieder eine Insel. Durch die anhaltenden Regenfälle war der Pegelstand der Elbe stark gestiegen. Somit hatte sich innerhalb der vorhergehenden Nacht die Flutrinne bei einem Pegelstand von 5,58 Meter langsam in ihrer ganzen Breite von Kaditz her gefüllt . Erst 2 Tage später wurde die Böcklinstraße geflutet.
Die Dresdner Stadtverwaltung war froh, dass durch die neue Brücke über die Flutrinne ein Verkehrschaos wie durch die derzeitige Sperrung des Terrassenufers ausgelöst, den Übigauern erspart bleiben konnte. Die Böcklinstraße musste allerdings wegen Überschwemmung voll gesperrt werden. Am 6. November 1998 zog sich das Wasser dann wieder zurück.
Fotos: F. Philipp
Beginnend am 9. August 2002 stieg der Pegel der Elbe wegen starker Regenfälle in Sachsen und Tschechien bis zum 11. August 2002 auf 5,75m. Bis zum 12. August 2002 fiel er auf 5,25m. Erst jetzt begann die eigentliche Katastrophe. Am 13. August 2002 trat durch das Überlaufen der Talsperren Malter und Klingenberg die Weißeritz über die Ufer und überflutete die Friedrichstadt und Teile des Stadtzentrums. Die Elbe erreichte 6,75m, OB Roßberg löste in Dresden Katastrophenalarm aus.
Am 15. August 2002 waren 8,60m erreicht, die Stadtteile Zschachwitz und Gohlis wurden evakuiert, die Uniklinik geräumt. Am 16. August 2002 folgten bei 9,30m weitere Evakuierungen in Übigau, Kaditz, Mickten, Trachau, u.a. auch das Krankenhaus Neustadt. Wegen angeschwemmtem Treibgut wurde zwischenzeitlich sogar die Sprengung der Eisenbahnbrücke über die Flutrinne erwogen. Das Gebiet des Elbeparks und seiner Umgebung wurde überflutet. Am 17. August 2002 war gegen 7 Uhr der Höhepunkt mit 9,40m erreicht, der Pegel begann minimal zu sinken. Jetzt kam noch eine weitere Gefahr hinzu, der Grundwasserspiegel stieg sehr schnell und setzte nicht nur elbnahe Häuser unter Wasser. Mit dem Sinken des Pegels wurde jetzt erst das wahre Ausmaß der gewaltigen Schäden sichtbar.
Fotos: F. Philipp
2. Juni 2013 - Heute Nachmittag wurde die Böcklinstraße in Übigau vorsorglich gesperrt. Bereits auf über 5,70m ist die Elbe gestiegen. Ein Pegel von 6m werden heute Nacht erwartet. Bis Dienstag sollen es über 7m werden. Hoffentlich gibt es nicht ein weiteres Jahrhunderthochwasser ...
3. Juni 2013 - Der aktuelle Pegel in Dresden steht bei 6,41m. Das entspricht der Warnstufe 3 in Dresden. Der Chef des Landeshochwasserzentrums Sachsen geht davon aus, dass ein Scheitelpunkt von 8,50m bis 8,80m in den nächsten Tagen erreicht werden kann. Damit läge dieser nur einen reichlichen halben Meter unter dem des Jahrhunderthochwassers von 2002. Nach aktueller Prognose könnten morgen Abend bereits 8m erreicht sein. Für heute Nachmittag wird erst einmal das Nachlassen des Regens erwartet. Allerdings drohen weitere Wassermassen aus Richtung Tschechien.
Die höchste Hochwasseralarmstufe 4 wurde kurz vor 11 Uhr ausgerufen, dass heißt Hochwasserabwehr. Der aktuelle Pegel liegt bei 6,58m. Zahlreiche öffentliche Einrichtungen, besonders Schulen sind bereits geschlossen. So erfolgte auch die Schließung der 43. Grundschule am Riegelplatz 2 bis zum 6. Juni, eine Notbetreung ist gesichert.
4. Juni 2013 - Bei einem Pegel von 7,73m um 17:45 Uhr wartet man in Übigau auf das Erreichen des Hochwasserscheitelpunkts. Die Flutrinne ist stark gefüllt, in Altmickten und Altübigau sind Dämme aus Sandsäcken errichtet. Diese würden allerdings derzeit nicht für einen Pegel wie in 2002 reichen. Bleibt einzig die Hoffnung, dass es so schlimm nicht wird. Der Optimismus der vielen fleißigen Helfer ist sehr groß.
Die aktuellen Vorhersagen lassen aber doch das Schlimmste befürchten. Da wird durchaus davon ausgegangen, dass es noch höher steigen könnte. Der Scheitelpunkt des Hochwassers soll erst am Donnerstag erreicht werden.
Die Hochwasserlage wird immer gefährlicher. Heute wurde um 16 Uhr der Elbepark bis auf Widerruf komplett geschlossen, auch Kaufland und IKEA haben aufgegeben. Weiterhin musste inzwischen offiziell das Pieschener Hafenfest abgesagt werden. Ursprünglich hatte man gehofft, das Fest nur hinter die Hochwasserschutzmauer an der Kötzschenbroder Straße zu verlegen.
5. Juni 2013 - Heute wurden nochmals die Dämme in Übigau erhöht. In Altmickten ist jetzt eine Dammhöhe erreicht, die 10m aushalten sollte. In angrenzenden Gebäuden muss durch die Feuerwehr ausgepumpt werden. Auch wurde der Deich der Flutrinne zwischen Stern- und Böcklinstraße auf Übigauer Seite verstärkt.
Dies alles war bei Pegel 8,58m um 18 Uhr. Jetzt um 20:45 Uhr steht der Pegel bei 8,61m. Er steigt noch, aber sehr langsam. Der Scheitel soll morgen erreicht werden.
Den aktuellen Pegel Dresden finden Sie unter http://www.umwelt.sachsen.de/de/wu/umwelt/lfug/lfug-internet/hwz/MP/501060/.
6. Juni 2013 - Mit einem Pegel von 8,76m wurde scheinbar heute der Scheitel des Hochwassers erreicht. Derzeit sinkt der Pegel leicht. In Altmickten und Altübigau wurden mit großem Einsatz die Dämme und angrenzende Grundstücke weiter mit Sandsäcken verstärkt. Die Pumpen laufen ohne Unterbrechung. Noch halten sie, 2002 gelang dies leider nicht. Hoffentlich wird nicht das schnell steigende Grundwasser in der Stadt zum Problem.
Probleme bereitet derzeit der Stadtentwässerung an der Kläranlage Kaditz, dass der Deich zum benachbarten Gewerbegebiet Wasser durchlässt und zu brechen droht. Damit wäre der Betrieb der Kläranlage gefährdet, die derzeit noch uneingeschränkt arbeiten kann. Auch ist der Elbepark noch geschlossen, da die Hochwassergefahr noch nicht gebannt ist.
7. Juni 2013 - Bereits seit gestern 17 Uhr sinkt der Pegel der Elbe. Derzeit steht er bei 8,38m. In Übigau sind alle Dämme und Deiche dicht. Nur noch wenige Helfer wachen über den Zustand der Dämme. Wenn nicht noch das steigende Grundwasser Probleme macht, besteht große Hoffnung, dass es glimpflich ausgeht.
Man hat den Eindruck, dass die Erfahrung aus dem Jahr 2002 und die übergroße Einsatzbereitschaft Aller einen größeren Schaden verhindert haben.
8. Juni 2013 - 16:30 Uhr - der Pegel sinkt schneller als vorausgesagt: Aktuell 7,79m! Die Hochwassergefahrenlage (Stufe IV) bleibt aber noch länger bestehen. Mindestens bis Montag bleibt der Pegel nach Vorhersage des Landeshochwasserzentrums noch über 7m.
Fotos: F. Philipp