... 1929-1930 errichtete, am 1. Oktober 1930 vom Dresdner Oberbürgermeister Dr.-Ing. Blüher eingeweihte Stahlkonstruktion zwischen Cotta und Kaditz, siebente Dresdner Brücke.

Bau der Flügelwegbrücke, Aufnahme am 5.4.1930Bereits 1908 wurde eine Kommission gebildet, um mit einer Brücke den Weg zu Dresdner Industriebetrieben und der Dresdner Markthalle zu verkürzen. Es gab immer wieder Petitionen, aber der 1. Weltkrieg verhinderte dann den Bau, sodass mit der Planung von neuen Industrieflächen das Thema Brücke erneut aktuell wurde.


Die Elbbrücke wurde unter Mitwirkung von Reichsbahnrat Heinrich Koch (Entwurf und Bauleitung), Kurt Beyer und Paul Wolf unter Oberaufsicht von Stadtbaurat Dr.-Ing. Leske als wegweisendes Beispiel 1.10.1930, 16 Uhr - Eröffnung der Kaditzer Brücke (Blick von Altstädter Seite)  - Foto: Archiv P. Gellnermodernen Brückenbaus geschaffen. Sie war die siebente Dresdner Brücke und liegt auf den Fluren von Übigau und Friedrichstadt. Mit ihrer 115 m weit gespannten Stromöffnung und einer Gesamtbaulänge von 308 Metern galt sie seinerzeit als längste genietete Blechträgerbrücke Europas. Sie ruht nur auf dem Neustädter Uferpfeiler fest, auf der Altstädter Seite ist sie auf Rollenlager verschiebbar. Der 285 Meter lange stählerne Unterbau verlängert sich um 43 Millimeter, wenn sich die Temperatur um 10°C erhöht. Die Brücke ist 17 Meter breit und mit 14,7 Metern Höhe über Null-Wasser sehr hoch. Es war bereits beim Brückenbau berücksichtigt, eine zukünftige Schnellbahn (siehe Artikel von 1929) im Brückenkörper unterbringen zu können! Die feierliche Eröffnung des Bauwerks erfolgte wie geplant am 1. Oktober 1930.


Bau der Flügelwegbrücke, Montage der Stahlkonstruktion 1930Die "Kaditzer Brücke", so ihr offizieller Name, sollte die Wohnviertel des Dresdner Westens mit einem in Kaditz-Mickten-Übigau geplanten Industriegebiet verbinden. Anfang 1945 wurde die Brücke durch Bombenangriffe getroffen, Teile der Fahrbahn und des Gehweges waren zerstört. Die Brücke war aber eingeschränkt weiter nutzbar. Ihre Sprengung in den letzten Kriegstagen 1945 konnte durch den Handwerker Gustav Grobloehner und seine Tochter verhindert werden.
Auf Beschluss des damaligen Rates der Stadt Dresden wurde die Brücke 1984 aus Anlass des 90. Geburtstages des KPD-Redakteurs Rudolf Renner (1894-1940) in "Rudolf-Renner-Brücke" umbenannt. Im Volksmund blieb es aber die Flügelwegbrücke.
Die gebräuchliche Bezeichnung Flügelwegbrücke ist streng genommen nur für den Bahndurchlass an deDie alte Flügelwegbrücke r Hafenzufahrt des Flügelwegs vorgenommen worden Der Volksmund übertrug jedoch diesen Namen auf die in der Flucht des Flügelweges gelegene Elbbrücke, die offiziell als Kaditzer (Elb-)Brücke bezeichnet wurde. Erst am 18. November 1991 wurde auf der Stadtverordnetenversammlung die offizielle Bezeichnung "Flügelwegbrücke" beschlossen.
Im Juni 2000 bescheinigten Gutachter der Flügelwegbrücke, ihre Tragfähigkeit sei nur noch bis zum Jahr 2002 gegeben. Da die Brücke ein Teil der Westumfahrung ist, erhielt diese Maßnahme höchste Priorität und sollte unter Zurückstellung anderer Maßnahmen noch im Jahr 2001 begonnen werden. Eine Modernisierung auf Basis der alten Stahlkonstruktion schlossen die Gutachter aus. Das 70 Jahre alte Stahltragwerk ist am Ende seiner Nutzungsdauer. Der absturzbedrohte Brückenfußweg wurde bereits 1998 mit Pollern gegen Befahren durch Kraftfahrzeuge gesichert.

Verweis Lesen Sie hier mehr zum weiteren Baugeschehen ...

Verweis Im Dresdner Anzeiger vom 11. Dezember 1929 wurde zum Bau der alten Flügelwegbrücke wie folgt berichtet ...

Bericht von Dipl.-Ing. Grit Ernst (STA Dresden) und Dipl.-Ing. Kurt Fleischer (VIC) zu Planung und Bauausführung des Ersatzneubaus

Präsentation der Fa. Donges zum Brückenbau

 

Daten zur alten Brücke von 1930 als Übersicht (aus Schulchronik Übigau):

Lichte Weite über der Elbe 115m
Nutzbreite: Fahrbahn
Fußgang
17m
11m
4 Spannungen (von Altstadt aus) 40, 65, 115, 65m
Die Mitte ist überhöht  
Durchbiegung: Last der Blechbalken
Fahrbahnlast
Verkehrslast
20cm
16cm
10cm
Querrahmen aller 5m
Die Brücke ruht auf Übigauer Ufer fest, auf dem anderen auf Rollenlager.
Gleitplatten auf beiden Seiten
Größte Ausdehnung durch Wärme 18 cm
Gründung der Pfeiler unter dem Geländer in dem Pläner 8m
Drucklast auf Übigauer Pfeiler 1400t
Kosten Unterbauten und Brückenköpfe
Stahlüberbau
Fahrbahndecke
Rampen und Anschlussstraßen
600 000 RM
1 650 000 RM
170 000 RM
360 000 RM
Bauzeiten: Baubeginn:
Fertigstellung der Unterbauten u. Brückenköpfe:
Fertigstellung des Stahlüberbaues:
Betriebseröffnung:
3.5.1929
21.11.1929
15.5.1930
1.10.1930