Dresdner Nachrichten vom 5. Juli 1914, Seite 2

Die Neubauten des Kasernements für die Verkehrstruppen in Dresden-Uebigau. Gleichzeitig mit der Errichtung eines städtischen Flugplatzes in Dresden-Kaditz hatte sich auch der Die offene Reitbahn zum Tag der Wehrmacht im Winter 1937-1938, dahinter die ehm. Stallungen der 2. KompanieReichsmilitärfiskus entschlossen, die nach der neuen Heeresvermehrung für Dresden vorgesehene Verkehrstruppen in Vorstadt Uebigau zu stationieren. Bereits im Sommer vergangenen Jahres wurden die nötigen Vorarbeiten eingeleitet und schließlich auch bald mit dem Bau einer Baracke für die Luftschifferabteilung begonnen. Inzwischen wurden auf dem eigentlichen Gelände umfangreiche Neubauten für die Kasernements der Verkehrstruppen in Angriff genommen. Von diesen zahlreichen und auch verschiedenartigen Gebäuden wurden bereits vollendet und in Benutzung genommen bzw. bezogen: die Kaserne für die Luftschifferabteilung und das Familienwohngebäude II, ferner das umfangreiche Kammergebäude, die Stallgebäude I und II, sowie die Beschlagschmiede. Im Bau Im Vordergrund und rechts Beamtenwohnungen, links dahinter die Unterkünfte der 2. Kompanie, danach Stabsgebäudebegriffen sind ferner (zum Teil auch schon im Rohbau vollendet) oder aber werden noch errichtet: eine Reithalle, Turnhalle, Wagenhäuser, elektrische Zentrale, Krankenstall, Familienwohnhäuser I und III, ein Stabsgebäude, eine Offiziers-Speiseanstalt, sowie je eine Kaserne für die Fernsprecher- und Funker-Abteilung. In das zu errichtende Familienwohnhaus I wird später die Kasernementswache untergebracht, die sich vorläufig interimistisch im Familienwohngebäude II befindet.

Die gesamten, außergewöhnlich umfangreichen Erdarbeiten usw. kommen von dem Tiefbauunternehmer Wilhelm Seifert Dresden zur Blick von der Kaditzer/Klingerstraße im Jahr 2000Ausführung. Während das große Kammergebäude der Baumeister Schwenke errichtete, werden die übrigen Hochbauten von der Firma Gerstenberger u. Döhler Dresden ausgeführt. Auch auf dem Militärflugplatz herrscht eine recht lebhafte Tätigkeit. Dort ist die Firma Gerstenberger u. Döhler gegenwärtig mit der Erbauung einer feststehenden Luftschiffhalle beschäftigt, während anderseits der Tiefbauunternehmer Wilhelm Seifert zurzeit ein Gelände von etwa 200 000 Quadratmetern reguliert. Diese Erdregulierungsarbeiten sind auf dem sehr unebenen Gelände ziemlich bedeutend, so daß ein besonderes Netz von Feldbahnen hergestellt werden mußte. Blick von der Kaditzer/Klingerstraße im Jahr 2000 Der Bau der doppelten drehbaren Luftschiffhalle ist zurzeit noch nicht vergeben. Bauherr der Kasernements für die Verkehrstruppen in Dresden-Uebigau und für die Errichtung eines Kriegsluftschiffhafens in Dresden-Kaditz ist der Reichsmilitärfiskus, während die Leitung das Königliche Militär-Bauamt Dresden II hat. (Bilder gehören nicht zum Originalbericht)

 

Verweis Lageplan des Kasernengeländes um 1920 (310 kB)
Verweis Luftaufnahme des Kasernenareals (2001) (550 kB)

 

Chronik der Übigauer Kaserne

1913-1914 - Im Zuge der Entwicklung der zivilen und militärischen Luftfahrt wurde noch kurz vor dem ersten Weltkrieg in Dresden-Übigau eine Luftschifferkaserne gebaut. Während des ersten Weltkrieges erfolgte in diesem Komplex auch die Ausbildung von Nachrichtensoldaten des Telegraphen-Bataillons Nr. 7. Mit der Bildung der 4. Reichswehrdivision und später der 4. Infanterie-Division war die Kaserne Standort der Nachrichten-Abteilung 4

01.04.1933 - Erste Freiwillige im Wehrkreis IV treten ihren Dienst in Dresden-Übigau bei der 4. Sächsischen Nachrichtenabteilung für eine 12jährigen Dienst an.

01.04.1934 - Auffüllen der Kompanien mit weiteren Freiwilligen für 1 Jahr Dienstzeit, dadurch Verdreifachung der Nachrichtenabteilung 4 bis Oktober 1934

01.10.1934 - In der Unterkunft Übigau befinden sich 2 Kompanien der Korps-Nachrichtenabteilung (spätere Nachrichtenabteilung 44) und 2 Kompanien der späteren Nachrichtenabteilung 4.

1935 - Abgabe des Personals einer Kompaniestärke an eine Luftwaffen-Nachrichtenkompanie

01.11. 1935 - Nach Aufhebung der bisherigen Tarnbezeichnung gehörte die Nachrichtenabteilung 4 (ab 28.11.1939 Nachrichten-Ersatz-Abteilung 4) und die feste Funkstelle in Dresden zum Wehrkreis IV der Heeresnachrichtentruppe

1936 - Mit der ersten Welle der Mobilmachung wurde die Nachrichtenabteilung für die 4. Infanteriedivision aufgestellt, für das Ersatzheer die Nachrichten-Ersatz-Abteilung 4 und die feste Funkstelle in Dresden

1936/37 - Kasernierung der 1936 aufgestellten Nachrichten-Ergänzungs-Kompanie in Übigau

Mai 1945 - Mit dem Einmarsch der Roten Armee bezieht das 68. Ponton-Pionierregiments der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) die Nachrichtenkaserne Dresden-Übigau, später GUS-Streitkräfte

Frühjahr 1992 - Planmäßiger Abzug der sowjetischen Truppenteile unter Zurücklassung ausgeräumter und verwahrloster Kasernen, militärischer Einrichtungen, Zivilwohnungen und Umweltschäden in Milliardenhöhe

August 1993 - Auftrag des Finanzministeriums an die Immobiliengesellschaft der Landesbank Sachsen, das eh. GUS-Gelände zu vermarkten, 1997 Übernahme des Verkaufs durch Oberfinanzdirektion Chemnitz

1994 - Noch immer verfällt das Gelände, da es keine konkreten Vorstellungen der Bebauung gibt, Baurecht fehlt, Plan eines Aussiedlerwohnheimes ist vom Tisch

1997 - Verkauf von 27000 qm der insgesamt 91000 qm an das DRK, dass an der Werft-/Klingerstraße bestehende Gebäude sanierte und die Landeshauptstadt Dresden, die eine neue Feuerwache an der Scharfenberger/Washingtonstraße errichtete

Frühjahr 1998 - Liegenschaftsamt Dresden ist jetzt für Kasernengelände zuständig, , es gibt weder Käufer noch Bauwillige, obwohl der Flächennutzungsplan "gemischte Bebauung", also vielseitige Nutzung zulässt. Problem: ca. 85% der Gebäude sind denkmalgeschützt und mit erheblichen Auflagen verbunden. Einziger Interessent ist die Landeshauptstadt mit dem Plan, einen Handwerks- oder Technologiepark zu errichten

2000 - Die restlichen 64000 qm sind verkauft, es laufen Planungen zur Neugestaltung des Areals. Ca. 2 Jahre wird es wohl noch dauern, bis hier Bautätigkeit die 14 leer stehenden Gebäude wieder zum Leben erweckt und neue Gebäude entstehen.

Februar 2001 - Zur Ortsbeiratssitzung am 13. Februar wird durch das Planungsbüro Ingenieur-Architektenbüro Stadtsanierung GmbH ein Nutzungskonzept zur Verwertung des durch die deltaconsult Bauträgergesellschaft mbH GbR erworbene Kasernengelände vorgestellt.

April 2001 - Im Zuge der Straßenbauarbeiten an der Washingtonstraße wird die hier befindliche Mauer bereits abgerissen

Mai 2001 - Am 23.05.2001 stellt im Ortsamt Pieschen auf der Bürgerstr. 63 der zukünftige Betreiber der Anlage, der "Verein Wohnen in der Landeshauptstadt Dresden e.V." die geplante Seniorenanlage "Kastanienallee" in Dresden-Übigau vor.

September 2001 - Der Ortsbeirat stimmt am 18.9.01 dem Modell des Architekturbüros Stadtsanierung mit 14:0 Stimmen zu. OB Roßberg signalisiert Entgegenkommen. Z.Z. gibt es noch Differenzen zwischen Stadtplanern und Bauträgergesellschaft über Bebauung an der Washingtonstraße.

November 2001 - Weiter keine Bautätigkeit, 2001 wird es von Seiten der EU-Förderung keine Zuschüsse mehr für die Pflegewohnanlage geben. Zur Zeit beschäftigt man sich damit, ein weiteres Finanzierungskonzept zu erstellen.

April 2002 - Eine Info-Tafel an der Werftstraße informiert über den Beginn der Sanierung des Kasernenareals. Bis zum Frühjahr 2003 sollen im "Seniorenpark Kastanienallee" 116 Pflegeplätze geschaffen werden. Betreiber wird der "Verein betreutes Wohnen in der Landeshauptstadt Dresden e.V.", Glashütter Str. 98, 01277 Dresden sein. Auf einer weiteren Tafel werden Investoren für den Gewerbepark Washingtonstraße gesucht (43000m²).

August 2002 - Bald wird das erste alte Kasernengebäude an der Werftstraße abgerissen. Für den ersten Betreiber, ein Autohaus mit ca. 4000-5000 m² ist ein Bauantrag eingereicht worden.

15.08.2002 - Gründung der GSW-Genossenschaft für soziales Wohnen eG. Zweck ist, benötigten Wohnraum im Seniorenpark Kastanienallee zu erwerben und zu betreiben bzw. zu vermieten.

Mai 2003 - Unbemerkt sind zwei Erkennungszeichen der alten Übigauer Kaserne verschwunden. Die beiden verbliebenen Masten der festen Funkstelle Dresden der früheren Nachrichtenabteilung 4 (Wehrkreis IV der Heeresnachrichtentruppe) wurden am 6. Mai demontiert.
Die PKW-Halle entlang der Werftstrasse ist vom vergangenen Sturm abgerissen worden bzw. eingestürzt.

November 2004 - Beginn des Abrisses der Gebäude an der Washingtonstraße

März 2005 - Baubeginn für einen Neubau des Dehner Gartencenter entlang der Washingtonstraße

2009-2011 - Bau des Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzzentrums mit integrierter Leitstelle am Standort Dresden-Übigau (Erweiterungsbau der vorhandenen Feuerwache)

April 2012 - Die Erste Immobilien Investitionsfonds KG kauft ca. 3 Hektar des Kasernenareals, will auf 10000 Quadratmetern 100 bis 120 Wohnungen unterschiedlicher Größe im mittleren Preissegment errichten

Oktober 2014 - Die MEIAG tritt an die Öffentlichkeit und informiert über die geplante Sanierung von vier denkmalgeschützten ehemaligen Kassernengebäuden mit verbundener Umnutzung zu ca. 115 Wohneinheiten. Die Objektgesellschaft "Kastanienpark Dresden Immobilien GmbH" hat mit den Anlaufarbeiten begonnen. Das Aufmaß der Gebäude ist inzwischen erstellt und weitere Abstimmungen zur Vorbereitung des Bauantrages erfolgen gegenwärtig.

Juli 2016 - Bautafeln künden den baldigen Baustart an. 120 hochwertige Eigentumswohnungen mit 1- bis 4-Raumwohnungen, Maisonette-Wohnungen und Lofts barrierearm mit Aufzug und gehobener Ausstattung sollen errichtet werden.

 

Februar 1992 - Planmäßiger Abzug der sowjetischen Truppenteile aus der Kaserne Übigau

1992 - Die letzten Kräfte der Roten Armee verlassen die KaserneMarschmusik gehört dazuAuch der große Fuhrpark tritt die Heimfahrt an